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Roland
Barthes nennt seinen autobiografischen Avatar ein Je de
Papier; der Comicautor Killoffer bezeichnet den Comic
als ein Terrain de Jeu. Wo beides zusammentrifft,
entsteht ein Terrain de Je: ein Raum, in dem Zeichnende
mit Identitätskonzepten experimentieren und zugleich intime
Selbstbilder inszenieren. Diese Studie verfolgt die Linien von
der Autorepräsentation zur Autobiografie und Autofiktion,
seziert das Konzept Graphic Novel und denkt den klassischen
Bildungsroman neu. Vorgeschlagen wird als Pendant zum autobiografischen
ein autofiktionaler Pakt, der die Autofiktion als Lesefigur
fasst. Anhand von Close Readings von Claire Bretécher
über Justin Green bis Fabrice Neaud zeigt sich,
wie Comics autobiografische Verfahren aufnehmen, variieren und
unterlaufen, ohne sich je vollständig in einem Genre fassen
zu lassen.
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