Geopolitische Fiktionen
Beobachtungen in Moderne und Gegenwart

Linda Simonis (Hg.)

broschiert, 172 Seiten
ISBN 978-3-941030-05-3
forum texte + projekte, Bd. 2

Erscheint am
15. Januar 2010


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Klappentext

Die Vorstellung des Geopolitischen ist keine ›Erfindung‹ der Gegenwart. Als Konzept wie als machtpolitische Praxis gibt es Geopolitik lange vor der Entstehung des sprachlichen Ausdrucks gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Verknüpfung der beiden Wortkomponenten »geo« (›Erde‹) und »Politik« verweist auf eine weit zurückreichende alteuropäische Denkweise, die dazu neigt, das Politische in Bezug auf ein bestimmtes Gebiet, ein Land, einen geographischen Raum zu definieren.
Den hier versammelten Untersuchungen geht es allerdings weniger darum, geopolitische Phänomene und Zusammenhänge aus soziologischer oder politikwissenschaftlicher Sicht zu erkunden. Ebenso wenig ist es ihre Absicht, eine eigene ›Theorie‹ der Geopolitik zu entwerfen. Ihre Aufmerksamkeit gilt vielmehr dem zweiten Stichwort, das der Titel benennt: Fiktionen. Es geht um die Vorstellungen und Bilder von ›Geopolitik‹, die im Medium der Fiktion, d.h. vor allem in der Literatur, aber auch im Film und anderen visuellen Medien erzeugt und vermittelt werden.

 

 

Inhalt

Linda Simonis
Geopolitische Fiktionen –
Aspekte einer aktuellen Diskussion


Solvejg Nitzke
Die neue Welt(un)ordnung.
Existenz und Welterfahrung in Louis Ferdinand Célines Voyage au bout de la nuit

Esther Schütz
Die unmögliche Geschichtsschreibung.
Die Vergegenwärtigung des Spanischen Bürgerkriegs in Javier Cercas’ Soldados de Salamina

Mark Schmitt
Redneck Apocalypse.
Der amerikanische Süden als Raum des Anderen in Literatur und Film

Jan Mosch
Zwischen Utopie und Satire: Motive des Geopolitischen in Edward Bulwer-Lyttons The Coming Race

Matthias Hoffmann
Vom Denken zur Macht.
Mit Hannah Arendt auf dem Weg zur Geopolitik

Lasse Wichert
Geopolitik und Raumordnung in Karel Capeks Sciene Fiction-Roman Der Krieg mit den Molchen

Gerrit Völker
Literarische Landnahme. Raumkonzeptionen in Christoph Ransmayrs Die Schrecken des Eises und der Finsternis

Martin Gallmann
Gulliver im Land der Houyhnhnms. Ökonomische Stagnation und Totalitarismus in einem analphabetischen Pseudo-Paradies

 

 

Herausgeberin

Dr. Linda Simonis, geb. 1965, studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie an der Universität Köln und habilitierte sich dort im Sommer 2000 mit einer Arbeit über geheime Literatur und Kommunikation im 18. Jahrhundert. Seit dem Wintersemester 2004 ist sie Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum (persönliche Website).

 

 

Reihe

 

Die 2009 eingerichtete Reihe forum texte + projekte versammelt aus universitären Lehrveranstaltungen hervorgegangene Anthologien, die in enger Kooperation zwischen dem Ch. A. Bachmann Verlag und der Ruhr-Universität Bochum entstehen.
Die Inhalte der Bände sind so unterschiedlich wie spannend: wissenschaftliche Aufsätze und Essays können hier im thematischen Verbund mit literarischen und bildkünstlerischen Werken stehen.

 

 

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