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Die
Vorstellung des Geopolitischen ist keine Erfindung
der Gegenwart. Als Konzept wie als machtpolitische
Praxis gibt es Geopolitik lange vor der Entstehung
des sprachlichen Ausdrucks gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Die Verknüpfung der beiden Wortkomponenten »geo«
(Erde) und »Politik« verweist
auf eine weit zurückreichende alteuropäische
Denkweise, die dazu neigt, das Politische in Bezug
auf ein bestimmtes Gebiet, ein Land, einen geographischen
Raum zu definieren.
Den hier versammelten Untersuchungen geht es allerdings
weniger darum, geopolitische Phänomene und Zusammenhänge
aus soziologischer oder politikwissenschaftlicher
Sicht zu erkunden. Ebenso wenig ist es ihre Absicht,
eine eigene Theorie der Geopolitik zu
entwerfen. Ihre Aufmerksamkeit gilt vielmehr dem zweiten
Stichwort, das der Titel benennt: Fiktionen. Es geht
um die Vorstellungen und Bilder von Geopolitik,
die im Medium der Fiktion, d.h. vor allem in der Literatur,
aber auch im Film und anderen visuellen Medien erzeugt
und vermittelt werden.
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